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Reinhoffer / Klaudt: Computer im Klassenzimmer der Grundschule

Thesen:

Computer als 'Schlüsselmedium'

  • Interaktivität (Nutzerdialog bei der Programmbedienung, Dialog im Intenet: mail, Chat, ..)
  • Digitalisierung der Information (Transport, Speicherung, Veränderung, ..)
  • Vernetzung (Internet, WWW: weltweiter Informationszugriff)
  • Multimedia (Verbindung von textuellen, auditiven udn visuellen Informationen durch ein Medium)
  • mediale Kommunikation (virtuelle, statt realer Kommunikation)
  • veränderte Arbeitsabläufe (Texterstellung, Arbeitsblatterstellung, Classroom-Management)
  • elektronische Veröffentlichungen (jeder kann Herausgeber oder Verleger sein (siehe dieses Skript / WWW-Seiten zu Logo), Qualitätsproblem s.u.)
  • freier Zugang zum Informationsangebot (Orientierung, Bewertung, Auswahl)
  • neue Lernformen (selbstgesteuert, selbstbestimmt, autodidaktisch) Globalisierung des Bildungsangebotes (Datenbanken, Lern- und Trainingsprogramme, multimediales Edutainment und Infotainment)
  • neue Spiel- und Unterhaltungsangebote
  • Virtualität (Bildinformationen verändern, virtuelle Welten erzeugen, ...)

Computer aus pädagogischer und didaktischer Sicht

  • Problemloser Umgang mit dem technischen System Computer
  • hohe Arbeits- und Lernmotivation (nicht nur kurzfristig, spielerischer Arbeitscharakter, hohe Qualität der Ergebnisse )
  • individuelles Lernen (indivduelle Information, Hilfen, unabhängigeres Lernen (siehe auch Papert) , individuelle Lernergebnisse, Fehlerdiagnose, mögliche Polarisierung )
  • sofortige Rückmeldung bei Lernprogrammen (aber schonungslos, Infostress)
  • Affinität von Computerarbeitsformen zu reformpädagogischen Konzepten, falls die Lehrer entsprechend geschult sind.
  • Förderungsmöglichkeiten bei Kindern mit speziellen Behinderungen
  • neue Formen der Veranschaulichung (mehrkanaliges Lernen, schneller und einfacher Wechsel der Veranschaulichung)
  • kooperierendes Arbeiten über die Klassenzimmergrenze hinweg, weltweit (Öffnung der Schule, Publikationsmöglichkeiten, Übernahme von Hausaufgaben, Referaten aus dem WWW, ...)
  • neue Formen des Schriftspracherwerbs (sprechende Schrift, Anlautzeichensätze, Lesenlernen durch Schreiben, .

Computernutzung in der Grundschule

  • Die Arbeit mit dem Computer sollte sich in einen offenen, handlungsoriertierten Lernkontext mit differenzierten Lernangeboten einfügen
  • Computer sollten eingesetzt werden, wenn sie an dieser Stelle im Lernprozess anderen Medien überlegen sind.
  • Produktive und kreative Computernutzung sollte bevorzugt werden (z.B.: Schreibkonferenz, Projekte, ...) Computer sollten in Übungs- /Trainigsphasen eingesetzt werden um individuelles Üben zu unterstützen.
  • Auch bei der Arbeit am Computer sollte die verschiedene Sozialformen (Einzel- , Partner- , Gruppenarbeit) in Abhängigkeit vom Lernziel beachten.
  • Der Computer ergänzt das Lernen mit allen Sinnen und mit konkreten Dingen.
  • Eine Erziehung zur qualitativen Beurteilung von Medienangeboten kann nur vor dem Hintergrund der Nutzung, Sichtung und Produktion dieser Angebote geschehen.
  • Eine Erziehung zu globalem Denken (Friedenserzeihung, Umwelterziehung, ...) sollte auf weltweiten kommunikativen Erfahrungen (Internet) aufbauen.

Problempunkte /Anforderungen an Schule und Hochschule

  • die immer noch fehlende Akzeptanz und nicht vorhandenes Fachwissen in weiten Kreisen der Lehrerschaft und der Lehramtsstudierenden und eine daraus resultierende unzureichende Ausstattung der Schulen
  • die nur minimalen Reformen in der Lehrerausbildung, bzw. mangelnde zukunftssichere Grundbildung (z.B.: Streichung der ITG zugunsten eines sog. interdisziplinären Bereiches)
  • die rasante technische Entwicklung, die der Entwicklung von didaktischen Ansätzen immer weiter davoneilt
  • die fortschreitende Privatisierung in Randbereichen des Lernens (Nachhilfe, Förderung von Rechenschwäche und LRS, Hausaufgabenbetreung, Computerkurse f. Kinder, Edutainment-Szene)
  • Amerikanisierung der deutschen Unterrichtskultur: Aktionismus und Shows statt gezieltes, didaktisch-methodisch geplantes Lernen und Ausrichtung auf eine möglichst zukunftssichere Grundbildung
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