| Arbeitsvorhaben
In den Bildungsstandards werden immer die (mathematischen) Kompetenzen
beschrieben, die die Schülerinnen und Schüler erwerben
sollen. Wie kann die Erlangung solcher Kompetenzen durch die Schule
gefördert werden? Sicherlich nicht indem einfach nur mathematische
Inhalte im fragend-entwickelnden Unterricht erarbeitet werden.
Sie sollen
den Erwerb von mathematischen Kompetenzen anhand von verschiedenen
mathematischen Inhalten und geeigneten Arbeitsformen thematisieren.
Vorgehensweise
In den Seminarsitzungen verschaffen Sie den Zuhörenden in den
ersten 20 bis 30 Minuten ein „Lernerlebnis", d.h. ein
fachmathematischer Inhalt auf dem Niveau des Hauptstudiums wird
mit Hilfe der vorgegebenen Arbeitsmethode erarbeitet.
Dieses Lernerlebnis wird dann reflektiert und diskutiert (ca. 20
Minuten), dazu müssen Sie sich eine geeignete Moderationsmethode
überlegen, so dass eine fruchtbare Diskussion entstehen kann.
Danach stellen Sie das Lernerlebnis und die Diskussion in einen
theoretischen Kontext. Dazu halten Sie einen Vortrag (ca. 20 Minuten).
Die Vorträge werden anhand der „erweiterten" html-Folien,
die dann im WWW veröffentlicht werden, gehalten. Die Vortragenden
geben in der Zeit nach ihrem Vortrag ein schriftliches Feedback
zu den wöchentlichen Beiträgen ihrer Kommilitoninnen und
Kommilitonen.
Diese wöchentlichen Beiträge, die von den Zuhörenden
jeweils bis zum Montag vor dem Treffen bearbeitet werden müsen,
dienen als Vorbereitung auf die Seminarsitzung.
In den virtuellen Phasen bearbeiten Sie in Gruppen Aufgaben, die
mit Hilfe des WWW zu lösen sind.
Einzelvorträge
1. Gruppenarbeit am Beispiel der Satzgruppe des Pythagoras
Bei der Satzgruppe des Pythagoras werden (in der üblichen Bezeichnung)
folgende Angaben: a, b, c, p, q, h durch Sätze verknüpft.
Gibt man zwei Größen vor, müssten die übrigen
berechenbar sein. Studierende sollen arbeitsteilig alle Fälle
behandeln.
Die Vortragenden sorgen für die Problemstellung und die vollständige
Zusammenfassung der Ergebnisse.
2. Frontal-
und Partnerarbeit: Konstruktionstexte bei Dreiecken
Ein Konstruktionstext beschreibt das Vorgehen in einer geschärften
Sprache, d.h. es gibt Grundoperationen mit Zirkel und Lineal (auch
Geodreieck), die durch scharfe Formulierungen beschrieben werden.
Der Ablauf muss dann jemanden, der diese Grundoperationen versteht
und beherrscht, zur Konstruktion befähigen.
Nach einer frontalen Einführung der Grundoperationen arbeiten
Paare zusammen, jeder erstellt zu einer Konstruktion einen Text
und tauscht ihn mit dem Partner aus, der genau die Konstrukivität
des Textes überprüft. Danach gibt es eventuell eine Revision.
3. Individuelle
Arbeit: Berechnungen in Dreiecken und Vierecken
Die Studierenden erhalten ein Blatt mit (zusammenkopierten) Texten
zu Sätzen, mit denen man Berechnungen in Dreiecken und Vierecken
durchführen kann. Sie lesen diese, bzw. rufen sie in das Gedächtnis
zurück. Danach erhalten sie verschiedene, individuelle Aufgaben
zu Dreiecken. Es muss
- der Lösungsgang dargestellt werden, z.B. durch ein Rechenschema
- die Rechnung an krummen Zahlen mit Taschenrechner durchgeführt
werden.
Ein gutes und ein schlechtes Beispiel wird ausgewählt, präsentiert
und diskutiert.
4. Kreatives
Brainstorming in Kleingruppen, frontales Zusammenfassen: Ortslinien
Es sollen aus den Elementen "Punkte", "Geraden"
und "Abstände" Ortslinien definiert werden. Beispiel:
{P | Streckenlänge (PM) konstant, M fest} ergibt einen Kreis.
Die Gruppen sollen möglichst vielfältige Fragestellungen
entwickeln unabhängig davon, ob sie die Ortslinie benennen
können oder nicht. Diese werden gesammelt und frontal zusammengetragen.
Es muss mindestens eine Skizze der Linie gemacht werden.
5. Vorlesung
mit Partnerübung: Metrischer Raum
Das abstrakte mathematische Gebilde "metrischer Raum"
wird im Vorlesungsstil eingeführt, einige Begriffsbildungen
darin angeführt und ein Anwendungsbeispiel gegeben. In einer
Übung soll die Taxi-Metrik verstanden und einige Begriffe darin
beschrieben werden. Austausch mit dem Nachbar ist möglich.
Die Leistung soll aber individuell festgehalten werden.
6. Frontale
Einführung, Gruppenarbeit: Koordinatensysteme
Frontal werden die Polarkoordinaten eingeführt und diskutiert
und Funktionen, die in Polarkoordinaten einfach beschrieben sind,
als Kurven diskutiert.
In Gruppenarbeit sollen Koordinatensysteme im Raum erfunden werden,
die für folgende reale Anwendungen einen Ort im Raum beschreiben:
Regallager, Turmdrehkran, Autokran
7. Gruppenpuzzle:
Trigonometrie
Es werden Expertengruppen zu sin, cos und tan gebildet, die
- Anwendungen für Winkel zwischen 0 und 90 Grad erarbeiten
- die Kurvenverläufe ermitteln, auch mit freien Variablen,
z.B. a sin (b a + c)
Danach werden Stammgruppen gebildet, die folgende Aufgaben haben
- ein mehrstufige Anwendung mit verschiedenen Funktionen zu lösen,
- die Zusammenhänge zwischen sin und cos zu klären
- die Überlagerung von verschiedenen Funktionen zu skizzieren.
Inhaltliche
Vorbereitung
In der vorlesungsfreien Zeit lesen Sie (kritisch) die Bildungsstandards
zum mittleren Schulabschluss der KMK durch (im Internet zu finden
unter http://www.kmk.org/schul/Bildungsstandards/Mathematik_MSA_BS_04-12-2003.pdf)
und schreiben eine kurze Stellungnahme zu den Bildungsstandards
und welcher Zweck mit ihnen verfolgt wird. Diese Erklärung
(maximal 1 Seite) schicken Sie bitte per E-Mail an Christine Bescherer
(bescherer_christine@ph-ludwigsburg.de;
Betreff: FDHS 2004 ).
Eingangstermin: 19.4.2004 12:00 Uhr.
Technische Vorbereitung
Wenn Sie Probleme (Anhänge an Emails, Finden von sinnvollen
Materialien, ...) im Umgang mit dem Internet haben, so schauen Sie
sich doch mal diese Seiten an: Webführerschein (http://web-fuehrerschein.web.de/).
Sonstige Vorbereitung
Sie finden einige Hinweise zum Vorbereiten und Halten von Vorträgen
an der Uni Paderborn (http://iug.uni-paderborn.de/WieSeStuDiVor/Kurztexte/Vortrag/short.html)
oder im Archiv (http://www.vib-bw.de/tp2/archiv/wise0001/seminar2/arbeitsumgebung/praesentation/praes.html).
Vorgesehener
Seminarablauf
Eine Übersicht zum geplanten Ablauf finden Sie im Seminarplan.
An den ersten drei Seminarterminen werden die Vorträge von
Prof. Löthe, C. Bescherer und einer Gastdozentin aus Großbritannien
gehalten. Alle Teilnehmenden müssen in der Regel jede Woche
bis Montag 12:00 Uhr bestimmte Fragestellungen bearbeiten und diese
ins Internet (BSCW) stellen. Die Vortragenden gehen dann in ihren
Ausführungen auf diese Vorüberlegungen ein und geben nach
ihrem Vortrag ein entsprechendes schriftliches Feedback.
Ablauf
einer Seminareinheit mit Vortrag
Vier Wochen vor dem Vortrag
im Seminar werden der Ablauf, die Inhalte und das Lernerlebnis mit
den Lehrenden besprochen. Zur Unterstützung Ihres Vortrags
verwenden Sie die HTML-Folien zu denen Sie Informationen unter „Hilfen"
finden.
In der Woche nach Ihrem Vortrag erstellen Sie ein Textdokument aus
den Lösungen der wöchentlichen Aufgabe zu Ihrem Vortrag
und geben dabei ein Feedback zu den einzelnen Beiträgen.
Anforderungen
Für die erfolgreiche Teilnahme am Seminar stellen wir folgende
Anforderungen:
- Regelmäßige
Teilnahme am Seminar.
- Regelmäßiges
Bearbeiten der "Wochenaufgabe", deren Lösung bis
Montag 12.00 Uhr auf dem BSCW-Server einzustellen ist. Diese Aufgabe
erfordert z.B. das Durchlesen eines entsprechenden Textes, die
Bearbeitung einer kleineren Aufgabe, eine Recherche im WWW oder
ähnliches.
- Vorstellen
des theoretischen Hintergrunds zur Ihrem Thema mit Hilfe der HTML-Folien.
- Feedback
zu der wöchentlichen Aufgabe, die sich auf den eigenen Vortrag
bezieht.
- Bearbeiten
von zwei virtuellen Aufgaben in einer Kleingruppe; Einstellen
der gemeinsamen Lösung auf den BSCW-Server
Die
Studierenden geben folgende Dinge ab:
- HTML-Folien
zur Veröffentlichung im Internet auf Diskette, abzugeben
zum Vortragstermin
- Ein Textdokument
mit einer Zusammenstellung aller Lösungen der "Wochenaufgaben"
zum eigenen Vortrag sowie Stellungnahmen zu diesen Lösungen
(abzugeben bis eine Woche nach dem eigenen Vortrag); diese Stellungnahmen
werden als Feedback allen Teilnehmenden zugänglich gemacht
- Internetadressen
mit brauchbaren Informationen zum eigenen Vortrag (diese werden
dann unter Infos im Seminarplan aufgeführt), abzugeben zum
Vortragstermim
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