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Forschungsergebnisse
zum Lernen mit neuen Medien
- Es gibt positive
Wirkungen von Illustrationen auf das Behalten von Text. Bilder,
die Texte ergänzen, indem sie bestimmte Sachverhalte verdeutlichen,
helfen bei der Wissensaufnahme aber nur, wenn sie optimal gestaltet
sind. Das heißt etwa, daß sie anschaulich, gut beschriftet,
nicht überladen und nicht zu komplex sein dürfen. Gleiches
gilt natürlich auch für Darstellungen in hypermedialen
Anwendungen.
- Für
das Verstehen von multimedialen Anwendungen ist die Fähigkeit
zur Decodierung von Symbol- und Codiersystemen notwendig. Um optimal
mit den neuen Medien lernen zu können, muß man also
grafische Darstellungen - etwa ein Kreisdiagramm - lesen können
oder auch verstehen, was bestimmte Symbole darstellen, wie sie
etwa bei Verweisen auf andere Seiten zu finden sind. Eine wichtige
Voraussetzung ist dazu die Erfahrung im Umgang mit diesen Systemen,
d. h., wenn man schon einmal mit hypermedialen Anwendungen gearbeitet
hat, dann besteht ein besseres Verständnis für die symbolischen
Darstellungsformen und Codes bei multimedialenTexten.
- Die Art und
Weise, wie man mit Hypermedia lernt, hängt mit den medialen
Präsentationsweisen und den verwendeten Codierungen und Symbolsystemen
zusammen. So kann etwa jemand, der von sich meint, nur über
Zuhören gut lernen zu können, trotzdem von einer visuell
gut aufgemachten Lernanwendung profitieren und umgekehrt. Es gibt
keinen typischen Verbalisierer" oder Visualisierer".
- Es besteht
ein enger Zusammenhang zwischen thematischem Interesse und Wissenserwerb.
Dies ist besonders für den pädagogischen Alltag in Schulen
wichtig. Die bestgemachte hypermediale Lernanwendung kann relativ
wenig bewirken, wenn kein Interesse am dargestellten Thema vorhanden
ist.
- Schwache
Lerner lernen besser in einer hochstrukturierten Lernsituation,
während starke Lerner auch von einer wenig strukturierten
Lernsituation profitieren. Dies gilt besonders für hypertextuelle
Anwendungen, die den Lernenden zwar die Möglichkeit geben,
sich selbst einen Lernweg zu wählen oder zusammenzustellen,
die aber schwache Lerner vor die schwierige Aufgabe der Strukturierung
des Angebots stellen.
- Interaktivität
fördert eine aktive Auseinandersetzung mit multimedialen
Angeboten. Je stärker Lernende sich in Lernanwendungen einbringen"
können, desto attraktiver wird die Anwendung und motiviert
auch zum Lernen. Interaktivität kann dabei Verschiedenes
bedeuten: etwa Anmerkungen und Kommentare einfügen, Texte
schreiben oder auswählen.
- Die Instruktionsmethode
hat Vorrang vor der Präsentationsweise. Dies ist eines der
wichtigsten Ergebnisse, die die bisherige Forschung über
das Lernen mit neuen Medien hervorgebracht hat. Damit ist gemeint,
daß die Pädagogik immer noch die wichtigste Rolle spielt
und selbst eine gelungen aufgebaute und programmierte Lernanwendung
kaum etwas bewirken kann, wenn nicht eine entsprechende pädagogische
Einbettung damit verbunden ist.
Literatur:
Aufenanger, St.: Lernen mit neuen Medien -
Was bringt es wirklich? LOG IN 19 (1999) Heft 6 S.16ff
Weidenmann, B.: Multicodierung und Multimodalität
im Lernprozeß. In: Issing, L.; Klimsa, R (Hrsg.): Information
und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Psychologie Verlags Union.
1995 S 65-84
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