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WS 2000/2001 Seminar

Computer im Klassenzimmer der Grundschule  

Forschungsergebnisse zum Lernen mit neuen Medien

  • Es gibt positive Wirkungen von Illustrationen auf das Behalten von Text. Bilder, die Texte ergänzen, indem sie bestimmte Sachverhalte verdeutlichen, helfen bei der Wissensaufnahme aber nur, wenn sie optimal gestaltet sind. Das heißt etwa, daß sie anschaulich, gut beschriftet, nicht überladen und nicht zu komplex sein dürfen. Gleiches gilt natürlich auch für Darstellungen in hypermedialen Anwendungen.
  • Für das Verstehen von multimedialen Anwendungen ist die Fähigkeit zur Decodierung von Symbol- und Codiersystemen notwendig. Um optimal mit den neuen Medien lernen zu können, muß man also grafische Darstellungen - etwa ein Kreisdiagramm - lesen können oder auch verstehen, was bestimmte Symbole darstellen, wie sie etwa bei Verweisen auf andere Seiten zu finden sind. Eine wichtige Voraussetzung ist dazu die Erfahrung im Umgang mit diesen Systemen, d. h., wenn man schon einmal mit hypermedialen Anwendungen gearbeitet hat, dann besteht ein besseres Verständnis für die symbolischen Darstellungsformen und Codes bei multimedialenTexten.
  • Die Art und Weise, wie man mit Hypermedia lernt, hängt mit den medialen Präsentationsweisen und den verwendeten Codierungen und Symbolsystemen zusammen. So kann etwa jemand, der von sich meint, nur über Zuhören gut lernen zu können, trotzdem von einer visuell gut aufgemachten Lernanwendung profitieren und umgekehrt. Es gibt keinen typischen „Verbalisierer" oder „Visualisierer".
  • Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen thematischem Interesse und Wissenserwerb. Dies ist besonders für den pädagogischen Alltag in Schulen wichtig. Die bestgemachte hypermediale Lernanwendung kann relativ wenig bewirken, wenn kein Interesse am dargestellten Thema vorhanden ist.
  • Schwache Lerner lernen besser in einer hochstrukturierten Lernsituation, während starke Lerner auch von einer wenig strukturierten Lernsituation profitieren. Dies gilt besonders für hypertextuelle Anwendungen, die den Lernenden zwar die Möglichkeit geben, sich selbst einen Lernweg zu wählen oder zusammenzustellen, die aber schwache Lerner vor die schwierige Aufgabe der Strukturierung des Angebots stellen.
  • Interaktivität fördert eine aktive Auseinandersetzung mit multimedialen Angeboten. Je stärker Lernende sich in Lernanwendungen „einbringen" können, desto attraktiver wird die Anwendung und motiviert auch zum Lernen. Interaktivität kann dabei Verschiedenes bedeuten: etwa Anmerkungen und Kommentare einfügen, Texte schreiben oder auswählen.
  • Die Instruktionsmethode hat Vorrang vor der Präsentationsweise. Dies ist eines der wichtigsten Ergebnisse, die die bisherige Forschung über das Lernen mit neuen Medien hervorgebracht hat. Damit ist gemeint, daß die Pädagogik immer noch die wichtigste Rolle spielt und selbst eine gelungen aufgebaute und programmierte Lernanwendung kaum etwas bewirken kann, wenn nicht eine entsprechende pädagogische Einbettung damit verbunden ist.

Literatur:

Aufenanger, St.: Lernen mit neuen Medien - Was bringt es wirklich? LOG IN 19 (1999) Heft 6 S.16ff

Weidenmann, B.: Multicodierung und Multimodalität im Lernprozeß. In: Issing, L.; Klimsa, R (Hrsg.): Information und Lernen mit Multimedia. Weinheim: Psychologie Verlags Union. 1995 S 65-84